Was bleiben will muss sich ändern
Grundlagen und Ausgangspunkt
„Im Advent 2021 fand im Rahmen eines Gottesdienstes die Übergabe des sogenannten Strategischen Zielbildes als Ergebnis des Gesamtstrategieprozesses „Wirkung entfalten + Kirche gestalten“ unserer Erzdiözese statt. … Die Gesamtstrategie ist als ein Instrument gedacht, die vielfältigen Herausforderungen, vor denen die Kirche in unserer Erzdiözese steht, zu gestalten.“
So schreibt Reinhard Kardinal Marx im April 2023 an die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien, um sie über den begonnenen Prozess der Neuausrichtung in der Kirche zu informieren.
Ein Teil der „Ausgestaltung der Gesamtstrategie“ ist das Pilotprojekt in unserem Altdekanat Forstenried „Immobilienstrategie und pastorale Nutzungskonzepte“, kurz „Immobilien und Pastoral“
Hintergrund des Pilotprojektes ist, dass langfristig/absehbar die finanziellen Mittel der Erzdiözese nicht mehr ausreichen, um alle Kirchen, Nebenkirchen, Pfarrheime und Pfarrhäuser in den Kirchenstiftungen des Erzbistums München und Freising zu finanzieren.
Die Anzahl der Kirchenmitglieder nimmt ab, dadurch sinken in der Erzdiözese die Einnahmen aus Kirchensteuern. In Folge hat die Erzdiözese weniger Mittel zu verteilen und die Zuschüsse für Renovierungen und Instandhaltungen der Gebäude an die Kirchenstiftungen sind nicht wie bisher fortführbar. Wie können Kirchenstiftungen ihre Immobilien selber finanzieren? Welche Nutzungen sind für welche Gebäude denkbar? Das sind neue Fragen/Themen. Doch die „Immobilien“ und die damit verknüpften Daten und Wirtschaftlichkeitsrechnungen sind nur ein Teil der Zukunftsüberlegungen. Die Herausforderung ist eine neu gedachte, vernetzte Seelsorge, in größeren Einheiten und Bereichen.
Konkretes Ziel des Pilotprojektes ist es, ein Gebäudeportfolio festzulegen, mit Gebäuden die zukunftsfähig sind und die weiterhin mit Geldern aus dem Ordinariat unterstützt werden. Daneben wird es Gebäude geben, für die andere Nutzungsmöglichkeiten entwickelt werden müssen.
Dazu schreibt der Kardinal:
„Dazu zählt auch die nüchterne Frage, wie wir mit geringer werdenden finanziellen und personellen Ressourcen unseren Verkündigungsauftrag bei den Menschen und für die Menschen in Wort und Tat erfüllen können, denn dem Auftrag, das Evangelium Jesu Christi auch in unserer Zeit zu leben und zu verkünden, können und wollen wir treu bleiben.“
Am Rande: In nahezu allen deutschen Bistümern lassen sich vergleichbare Entwicklungen beobachten (weniger Kirchenmitglieder, weniger Kirchensteuereinnahmen für die Diözese, weniger Priester).
Beschreibung des Prozesses vom Kick-Off im Februar 2024 bis Februar 2026
Die Umsetzung des Projektes startete mit der Auftaktveranstaltung, dem „Kick-off“ Ende Februar 2024. Generalvikar Klingan war anwesend und erteilte den offiziellen Auftrag. Dekan von Lüninck erläuterte nochmals die Notwendigkeit Immobilien zu reduzieren ohne dabei die Seelsorge aus den Augen zu verlieren. Zwei Arbeitsgruppen mit engagierten Freiwilligen aus den beteiligten Pfarrgemeinden wurden benannt: Team-Pastoral und Team-Immobilien. Den anwesenden Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Pfarrgemeinden wurden die Projektbeteiligten vorgestellt:
Projektverantwortlicher: Dekan Franz von Lüninck,
Projektleitung: Pfr. P. Klaus Desch (Pfarrverband Forstenried) und Monika von Heeg (Verwaltungsleitung im Pfarrverband Laim),
Projektteam: bestehend aus dem Projektverantwortlichen, der Projektleitung und den Leitern der Arbeitsgruppen „Team Pastoral“ und „Team Immobilien“.
Team Pastoral: Andreas Busse, Fachreferent im Regionalteam Seelsorgsregion München der Erzdiözese München und Freising und Hildegard Streppel; Pfarrei Hl. Geist Pullach (PV Pullach-GHL)
Team Immobilien: Erich Pfaffenberger, Pfarrei St. Ansgar,(PV-Solln)
Herangehensweise der Arbeitsgruppen
Team Pastoral
In zwei Workshops (Febr. 2025 und Juli 2025) arbeiteten die Ehrenamtlichen und z.T. auch die hinzugekommenen Hauptamtlichen aus den Pfarreien zu der Fragestellung: Was soll auch in 20 Jahren Bestand haben im Bereich der Pastoralen Angebote? Wer könnte künftig mit wem in welcher Art kooperieren?
Im Ergebnis ist beeindruckend, wie selbstverständlich sich die Nachbargemeinden ohne Vorgaben zusammengefunden hatten und der einhelligen Meinung waren, dass der sonntägliche Gottesdienst sichergestellt sein muss, entweder als Eucharistiefeier oder als Wortgottesdienstfeier.
Die drei regionalen Teilbereiche, die sich in der Projektarbeit vor Ort so entwickelt hatten, waren – ungeplant – deckungsgleich mit den Ausarbeitungen der Fachabteilung Sozialraumanalyse in der Erzdiözese. Mit dieser Einteilung wurde im Projekt weitergearbeitet.
Die Teilbereiche sind:
Im Westen / St. Nikolaus, Wiederkunft des Herrn, St. Matthias, Hl. Kreuz, St. Karl Borromäus
Im Norden / St. Hedwig, St. Joachim, St. Thomas Morus, St. Achaz, (Maria Thalkirchen)
Im Süden / St. Ansgar, St. Johann Baptist, Hl. Dreifaltigkeit, Hl. Geist
In den teilnehmenden Pfarreien wurden die jeweiligen pastoralen Angebote und Nutzungen der eigenen Gebäude und Räumlichkeiten abgefragt. Die Daten wurden von den Fachabteilungen im Ordinariat aufbereitet und zur Verfügung gestellt. (März 2025)
Team Immobilien
5 Ehrenamtliche aus 4 Pfarreien bildeten das Team Immobilien, die von Beginn an eng mit den Hauptamtlichen aus der Bauabteilung der Erzdiözese zusammenarbeiteten. Gemeinsam entwickelten sie den „Erfassungsbogen“ zur Erfassung des Bau-fachlichen Zustandes der Gebäude: Kirchen, Nebenkirchen, Pfarrheime und Pfarrhäusern in allen 14 Gemeinden. Alle Pfarreien haben die benötigten Daten ermittelt. Nach Zusammenführung der Daten durch die Erzdiözese bilden belastbare und vergleichbare Zahlen zum Ist-Zustand der Gebäude und zu den zu erwartenden Instandhaltungskosten in den kommenden 20 Jahren die weitere Arbeitsgrundlage.
Projektleitung
Von Seiten der Projektleitung gab es drei Infoveranstaltungen im Mai 2025 zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten um alle interessierten Gemeindemitglieder direkt über das Projekt zu informieren.
Danach ging die Arbeit im organisierten Rahmen von zweitägigen Workshops weiter. Das Team-Pastoral und Team-Immobilien präsentierten ihre Ergebnisse ausführlich Anfang Oktober in Workshop I den Fachabteilungen aus dem Ordinariat. Am 16. Oktober 2025 folgte eine große Infoveranstaltung für alle Pfarreien, bei der die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.
Die Workshops
Im weiteren Prozess ging es darum, konkret die Gebäude (Kirchen, Nebenkirchen, Pfarrheime, Pfarrhäuser) zu benennen, die in Zukunft weitergeführt werden können und solche, für die neue Nutzungskonzepte zu entwickeln sind. Das war anspruchsvoll und wurde in weiteren Workshops (WS) fortgesetzt. Im November 2025 mit den Ehrenamtlichen (WS II) und im Februar 2026 mit der Präsentation der Einschätzungen aus den Fachabteilungen des Ordinariats (WS III). Ende Februar 2026 folgte mit WS IV dann eine abschließende Einschätzung, welche Gebäude auch zukünftig zu finanzieren sind. Dieses Gebäudeportfolio wird nun dem Generalvikar vorgelegt.
Wie geht es mit der Pastorale, der Seelsorge weiter?
Da wird sich ein ganz neues Miteinander entwickeln in den neuen Nachbarschafträumen; eine „vernetzte Seelsorge“. Dazu später mehr.
Zusammenfassung / Übersicht:
10./11. Oktober 2025 = Workshop I
Erstmalige Präsentation und Zusammenlegung der Ergebnisse der Teams Immobilien und Pastoral gegenseitig und an die beteiligten Fachabteilungen im Ordinariat: Bau, Sozialraumanalyse, Verwertung.
- Oktober 2025 Infoveranstaltung für alle beteiligten Pfarreien
Präsentation der Ergebnisse der Teams in die Gemeinden, also erstmalig an die Öffentlichkeit. - November 2025 Workshop II
Ehrenamtliche aus den beteiligten Gemeinden im Projektbereich erarbeiten Vorschläge für ein mögliches Gebäudeportfolio
Februar 2026 Workshop III
Fachabteilungen Bau und Sozialraumanalyse präsentieren ihre Ergebnisse eines vorläufiges Gebäudeportfolio
Ende Februar 2026 Workshop IV
Abschließende Einschätzung welche Gebäude auch zukünftig zu finanzieren sind.
Ergebnisse:
• Vorläufiges Gebäudeportfolio
• Start hin zu einer „vernetzten Seelsorge
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Autor: Hildegard Streppel (Kirchenverwaltung Heilig Geist)
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