Neue Heilig-Geist-Kirche

Neue Heilig-Geist-Kirche, Pullach i. Isartal

Am 28. Oktober 1956 wurde die Neue Pfarrkirche Heilig Geist Pullach von Kardinal Wendel geweiht, bei Schnee und Kälte, aber getragen von großer Freude bei allen Beteiligten, allen voran Pfarrer Karl Wagner, der den Kirchenneubau mit Beharrlichkeit, Kraft und Gottvertrauen durchgesetzt hatte.

28.10.1956: Kirchweih der Neuen Pfarrkirche Heilig Geist Pullach

Viel zu klein war die Alte Heilig-Geist-Kirche am Isarhochufer für die 3.500 Katholiken am Ort geworden. Kein Wunder, war das Bevölkerungswachstum doch enorm: Lebten 1925 ca. 1.100 Menschen in Pullach, waren es 1950 fünfmal soviele: ca. 5.500 Menschen.
Jahrelang wurden Sonntagsgottesdienste zusätzlich im Berchmanskolleg der Jesuiten (heute Pater-Rupert-Mayer-Tagesheimschulen) und im Biologischen Krankenhaus in Höllriegelskreuth (heute Sternheim-Villa) gefeiert. Dass sieben Gottesdienste an drei Orten an einem Sonntag zu einer „schier untragbaren Zersplitterung der Pfarrei“ führten, wie es im Gedenkbuch der Pfarrei heißt, kann man gut nachvollziehen.

Bereits 1918 war das Grundstück von der Familie Seitner für einen Kirchenneubau gestiftet worden. Nach der sehnlich erwarteten Baugenehmigung des Erzbischöflichen Ordinariats 1953 wurde unsere neue Kirche von Architekt Prof. Georg W. Buchner geplant und in einer rekordverdächtig anmutenden Bauzeit von einem Jahr und 11 Tagen errichtet. Ziemlich allein stand sie da auf den Seitnerfeldern mit ihrem 26 Meter hohen Turm. Der Blick schweifte ungehindert über Felder und Wiesen bis zum Berchmanskolleg.

Neue Pfarrkirche Heilig Geist Pullach, mitten auf den Seitnerfeldern; Datierung unklar; Quelle unbekannt

Die Kirche wurde dem Heiligen Geist geweiht. Sichtbares Zeichen dafür ist das farbige runde Glasfenster über dem Hauptportal, das eine stilisierte Taube zeigt. In der dunklen Jahreszeit wird die Taube nachts angestrahlt.

Neue Heilig-Geist-Kirche, Pullach i. Isartal, nachts angestrahlte Taube über dem Portikus, 2020

Nach und nach folgte die Innenausstattung, z.T. mit großzügigen Spenden der Pullacher Bürgerschaft und der politischen Gemeinde finanziert: das Triumphkreuz im Altarraum, gestaltet von Peter Moser, die Kreuzwegfenster, die Orgel und die großen Apostelfiguren von Rudolf Rotter.

Neue Heilig-Geist-Kirche, Pullach i. Isartal, Innenraum, um Ostern 1960 (?): mit Kanzel, dem großen Altar und freischwebenden Kreuz; mit Kommunionbank und Vorhängen; mit Seitenaltar für Werktagsmessen; ohne Marienfigur, ohne Apostelfiguren, vermutlich das älteste Bild des Innenraums; Quelle unbekannt
Neue Heilig-Geist-Kirche, Pullach i. Isartal, Innenraum, 2014: mit Marienfigur, Apostelfiguren, kleinerem Altar und versetztem Triumphkreuz

Unsere Pfarrkirche benötigt in den nächsten Jahren sowohl einen Innen- als auch z.T. einen Fassadenanstrich. Auch Elektrik und Heizung sind veraltet.

Fünf Pfarrherren hat die Neue Heilig-Geist-Kirche bisher erlebt:
Pfarrer Wolfgang Fluck (seit 2012), Pfarrer Stefan Füger (12 Jahre), Pfarrer Johannes Güngerich (23 Jahre), Pfarrer Ewald Schmidt (4 Jahre) und Pfarrer Karl Wagner (29 Jahre).

Freilich reicht die Geschichte von Heilig Geist Pullach viel weiter zurück als diese 60 Jahre.
Da ist vor allem die Alte Heilig Geist Kirche am Isarhochufer, erbaut um 1500, seither das Pullacher Wahrzeichen und lange Zeit der Pfarrei Sendling zugeordnet. Im Jahr 1875 wurde Pullach zur Pfarrei erhoben mit der Alten Kirche als Zentrum des Glaubens.
Mehr zur Geschichte der Pfarrei Heilig Geist Pullach lesen Sie hier.

Christine Salfer

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