

2025 entwarf die Pullacher Künstlerin Angi Mayr zwölf Frauen-Bilder, die stellvertretend sind für die Frauen in Kirche und Welt.
Zwölf farbenfrohe Frauen mit klar umrissenem Profil – dankend, lobend, berührend, tröstend, standhaltend, erkennend, bewahrend, bewegend, tragend, im Herzen brennend, aufzeigend, versöhnend, liebend … – wollen Mut machen, Leben bejahen und (re)aktivieren. Die Frauen bereichern die Kirche auf eine Art und Weise, wie nur Frauen es können. Wer sie sein könnten, wie sie sich einbrachten und einbringen und welche Eigenschaften sie hierbei nutzen, überlassen wir Ihrer Interpretation und Ihren eigenen Gedanken.
Eine tiefere Einführung von Angela Grau aus der Pfarrgemeinde Heilig Geist Pullach
An den beiden Hochwänden des Mittelschiffes überraschen seit Mai 2025 zwölf starke „Apostelbegleiterinnen“ die Kirchenbesuchenden.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Pfarrei sind den überlebensgroßen Apostelskulpturen aus naturbelassenem Holz von Rudolf Rotter aus den 1960er Jahren farbenfroh gestaltete Frauenfiguren von Angi Mayr zur Seite gestellt.
Im Wechsel mit den zwölf Aposteln begleiten die von der Künstlerin geschaffenen zwölf Frauen nach vorne zu Altar und Jesus am Kreuz.
Die Apostel: in aufrechter Haltung in Verlängerung von Stützpfeilern aus grauem Beton, dreidimensional, monochromfarben.
Neben ihnen die silhouettenhaften Frauengestalten in dynamischer Bewegung, flachreliefartig, zweidimensional; sowohl das Material, dehnbarer weicher Krepp, Angriffsfläche zeigend, als auch die kräftige Farbgebung der Gewandung verleihen dem Dargestellten etwas Lebendiges, Gelöstes.
Mit der ausgesuchten Platzierung neben den Apostelskulpturen sind sie kein isoliertes Kunstwerk, sondern im Raum der Kirche voll integriert und vertreten zum einen Frauen aus dem frühen Christentum wie Iunia, Lydia, Phädra und Phoebe, aber auch Frauen wie Hildegard von Bingen, Katharina von Siena, Teresa von Avila, Edith Stein, Mutter Teresa, welche weiter die Kirchengeschichte prägten.
Das Sichtbarmachen vieler starker religiöser Frauen war die Intention des Kunstprojekts.
Gleichzeitig sind die Dargestellten aber auch Impulsgeberinnen für ein aktiv gelebtes Christsein heute und morgen, mit welchem sie den herausfordernden Realitäten des Lebens nach biblischen Maßstäben begegnen. So verbinden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
„Wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit (1 Joh 13,18).
„Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10).
Anhang: Ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass „begleitendes Personal“ der Apostel im Kirchenraum nicht unbekannt ist. In der Spätgotik kennen wir die Darstellung der Apostel wie in der Klosterkirche in Blaubeuren auf den Schultern alttestamentarischer Propheten und von Baldachinen mit den Jakobssöhnen bekrönt, jeweils in den Händen ein Schriftband mit einem Glaubenssatz aus dem Credo; im Barock, wie z. B. im Antiquarium der Münchner Residenz, entdecken wir einen Zyklus von weiblichen Gestalten, die die Tugenden, Glaube, Hoffnung und Liebe, Gerechtigkeit, Klugheit, Maßhalten, Stärke und weitere darstellen.
Die 12 Frauen
- Rosengewandete
- Heilende
- Sternenfrau
- Bewahrende
- Standhaltende
- Fürsorgende
- Liebende
- Frau mit Ecken und Kanten
- Aufstrebende
- Gekrönte Hirtin
- Wassergewandete
- Friedensstifterin

Rosengewandete
- Schönheit neben Leid sichtbar machen
- trösten
- hoffen
- erblühen
„Nicht alle Menschen können Großes vollbringen, aber sie können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“
Mutter Teresa (1910–1997, Friedensnobelpreisträgerin, in Albanien geboren mit dem Namen Gonxha Agnes Bojaxhu, gründete einen neuen Orden, der sich in Indien um die Ärmsten der Armen kümmert: die „Missionarinnen der Nächstenliebe”)

Heilende
- annehmen
- geben
- berühren
- lösen
„Pflege und Selbstpflege müssen sich die Hände reichen. In echter Sorge mit- und füreinander schaffen wir Zukunft.“
Liliane Juchli (1933-2020; Ordensschwester der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz, Krankenschwester, Pflegewissenschaftlerin, „Pflegerin des Jahres 2019“ für ihr Lebenswerk, Herz & Mut”)
Text von M-P: Um Frauen in der Kirche sichtbarer zu machen … ans Ende der Seite
Adresse und Öffnungszeiten, Buch zum Reinschreiben, bei Interesse melden Sie sich bei:
Kontakt: Marie-Pauline Meyer, Gemeindeassistentin, E-Mail: mmeyer@ebmuc.de
